Matthias Riel - Die lustigen Abenteuer

Die lustigen Abenteuer der Witwe Hubendubel (Der Wal)

von Matthias Riel

Die Witwe Hubendubel ging,

des Nächtens an den Weiher,

und einen Pottwal sie dort fing,

mit ihrem Nudelseiher.

 

Doch Polizeiinspektor Peng,

der sah das wilde Treiben,

drum rief der Witwe zu er streng:

„He, lassen Sie das bleiben!“

 

„Herr Wachtmann“, sprach sie, „mit Verlaub,

ich hielt’s für ’ne Forelle.“

Doch dieser meinte, Walfischraub,

sei keine Bagatelle.

 

Des Weiteren und obendrein,

sei dies Privatgewässer,

und dass ihr fehlt der Angelschein,

das mache es nicht besser.

 

So brachte er die Witwe dann,

vor das Gericht in Hagen,

er dachte, dass er sie dort kann,

aufs Äußerste verklagen.

 

Man bat Herrn Peng, dass er vor Ort,

im Zeugenstand berichte,

doch glaubte ihm der Richter dort,

kein Wort von der Geschichte.

 

Und auf die Frage „Können Sie,

der Witwe Schuld belegen?“,

da sprach er nur: „Ich wüsst nicht, wie!“,

zwar kleinlaut, doch verwegen.

 

„Denn, hören Sie, das Diebesgut,

das war, wie soll ich sagen“,

entgegnete er resolut,

„zu groß für meinen Wagen.“

 

„Dann war es doch“, der Richter streng,

„das Diebesgut vom Weiher,

gewiss auch viel zu groß, Herr Peng,

für einen Nudelseiher.
 

Und also folglich konnte sie,

die Frau, die Sie verklagen,

das Diebesgut im Leben nie,

in einem solchen tragen.“
 

So sprach er dann um zehn nach zwei,

zwecks mangelnder Beweise,

die angeklagte Dame frei,

Herr Peng, der fluchte leise.
 

Und damit endet es für heut’,

mit Frohsinn und mit Jubel,

das Abenteuer, liebe Leut’,

der Witwe Hubendubel. 
 

Wir sehen uns das nächste Mal,

bei lustigen Geschichten,

doch möcht ich vorher als Moral,

noch Folgendes berichten:
 

Ein Wanderer aus Wüstenrot,

der schwört, er sah ’nen Weiher,

dort läg ein Pottwal mausetot,

in einem Nudelseiher.

 

Doch was er sagte, war ganz schlicht,

erlogen und erstunken,

denn diesen Weiher gibt es nicht,

der Mann, der war betrunken.

 

 

 

Matthias Riel, geboren 1997, ist als Lehrer für Mathematik und Physik an einer Fachoberschule tätig. Seine Begeisterung für das gereimte Wort wurde schon früh durch die Bücher von Wilhelm Busch, später dann auch durch die Werke von Lewis Carroll und Theodor Seuss Geisel, geweckt. Seit einigen Jahren schreibt er selbst Gedichte, wobei sein Fokus in erster Linie auf der humorvollen Lyrik liegt.

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